Endfed

Endgespeiste Dipole sind wieder in. Endfed also. Der Dipol ist ein Stück Draht. Lambda Halbe lang (oder ein Vielfaches davon). Wer den Draht in der Mitte einspeist, kann 50 Ohm als Wellenwiderstand erwarten. Das passt zum Koaxial-Kabel und das passt dann wieder an den Sender-Ausgang. Wer seinen Dipol aber am Ende speist, trifft auf einen hohen Wellenwiderstand und eine hohe Spannung. Die 50-Ohm-Leitung sollte man dort nicht anklemmen. Da muss ein Trafo her.

Solche Dipole sind nicht neu. Die hingen schon aus den Zeppelin-Luftschiffen heraus. Als Transformator diente eine Parallelleitung. Die war genau Lambda-Viertel lang. Niederohmig rein, hochohmig raus und (mit einem Bein) drauf auf das Dipol-Ende. Und die Stelle mit der hohen Spannung war mindestens Lambda-Viertel weit weg vom Gasbehälter des Luftschiffes. Das war (und ist) die Zeppelin-Antenne. Oft funkt man heute mit anderer Hühnerleiter-Länge und passt den Blindanteil mit einen Parallelkoppler an. Das geht auch gut. Dr. Josef Fuchs hat 1927 die Fuchs-Antenne erfunden und mit Hilfe eines Schwingkreises transformiert. Nachteil beider Anpassungen: man muss bei Frequenzwechsel nachstimmen oder gar die Länge der Zuleitung ändern. Daher experimentieren wir heute mal mit einem Breitband-Trafo.

Wir haben einen Ferrit-Ringkern in der Bastelkiste gefunden. Wahrscheinlich ein FT-82-43. Den bewickeln wir mit Kupfer-Lackdraht 0,5mm. Im unserem Fall weichen wir ab von der Abbildung und nehmen 3 Windungen für den Eingang und 24 Windungen für die Antennenseite. Über den Eingang löten wir einen Keramik-Kondensator: 50 pF/500V (der Wert ist nicht kritisch).

In unserem Fall passt das alles in ein altes Filmdöschen. Koax geht hinein und der Antennendraht kommt heraus. Jetzt müssen wir nur noch die richtige Länge für den Dipol herausfinden. Das geht mit Messen und Schnippeln. Vor einiger Zeit haben wir gemeinsam für jeden einen praktischen Antennen Analysator gebaut. Der hilft uns jetzt. Die Faustformel für die Drahtlänge ist

 

L[m] = 142,5 / f[MHz]

 

Wir bauen für 7 MHz. fangen also mit 20,35m an. Wir lassen den Analysator auf den Draht los: Die Resonanzstellen liegen ein bisschen zu tief. Wir schneiden mutig einen halben Meter ab. Jetzt passt es besser.

Deutliche Resonanzstellen bei 5, 7 und 14 MHz. Auch 10 MHz geht noch (warum eigentlich?). Vier Bänder abgedeckt. Was wollen wir mehr? Der erste Praxistest beschert uns gute Rapporte auf allen diesen Bändern. Unsere Antenne ist für QRP ausgelegt. Mit größerem Ringkern, dickerem Kupferlackdraht und einem spannungsfesten Kondensator ginge das genauso für größere Leistungen.

Viel Spaß und Erfolg beim Nachbau.

 

Die Anregung zum Bau dieser Antennenform hatten wir von Markus, HB9DIZ. Und der hatte uns auf einen Artikel von Heinz, HB9BCB, hingewiesen:

Slim-EFHW-Koppler.pdf

Und hier ist ein Vergleich zwischen der Alexloop und dem Buddipole:

Resultate-vom-WSPR-Versuch-Gurten-25.5.2017.pdf