Contest? - Ich?

Das ist Drew. K3PA. Funkamateur und Contester mit Leib und Seele. Sein Call findet sich in vielen Contest-Logs. Er ist hauptsächlich in CW unterwegs. In der Zeitschrift QST macht er sich Gedanken über Contest-Muffel und ihre Gründe, warum sie nicht mitmachen. Er hat die Top Ten der Ausreden zusammengestellt und bietet Hilfen und Lösungen an. Er freut sich, dass wir hier eine deutsche Version seines Artikels bringen. Und darin sind wir uns einig: Amateurfunk lebt. Besonders im Contest.

Zwei besondere Conteste rollen auf uns zu: Der CQ-WW-DX-Contest und die Homebrew&Oldtime-Equipment-Party (HOT). Da ist für jede(n) was dabei. Eigentlich ist ja immer was los.

Die Top-10-Ausreden für Contest-Muffel

... und Anregungen, die Hindernisse zu überwinden

10 - Ich bin zu beschäftigt, hab doch keine Zeit für Contest

Alle Funkamateure müssen irgendwie ihren Lebensunterhalt verdienen. Wir alle haben Pflichten auch außerhalb des Amateurfunks. Dann funk doch einfach dann, wenn du Zeit hast. Du musst ja nicht über die gesamte Contest-Zeit QRV sein. Oder such dir eine passende Kategorie aus. Zum Beispiel "single band".  Manche Bänder sind oft nur für wenige Stunden brauchbar. Was immer dein Zeitplan hergibt, du findest bestimmt eine Kategorie, die passt.

9 - Ich funke immer nur auf meinem Lieblingsband

Für dein Lieblings-Band und deine Lieblings-Betriebsart gibt es bestimmt einen passenden Contest. Von 160m bis Hellschreiber. Guck einfach mal in den Contest-Kalender und such dir was Passendes heraus. 

8 - Mit meiner Kiste kann ich nichts gewinnen

Für viele Funkamateure zählt Sport und Spaß beim Contest. Im Contest hört man viele seltene DX-Stationen und kann sie leicht erreichen. Wenn aber Gewinnen für dich wichtig ist, dann such die eine Kategorie aus, wo du mit anderen wetteiferst, die ähnliche Handicaps haben.

7 - Ich bin doch zu alt dafür

Nicht für diesen Sport. Joe, W7QN, zum Beispiel, lizensiert seit 1939, ist in fast jedem großen Contest mit dabei. Er macht dabei hunderte CW- und Fonie-QSOs und hat großen Spaß daran. Das kannst du auch!

6 - Ich bin noch zu jung dafür

Damit es weitergeht im Amateurfunk, brauchen wir junge Leute wie dich. Guck dir mal das YOTA (Youth Contesting Program) in Europa an. Oder YACHT (Young Amateurs Communications Ham Team). Da gibt es auch ältere und erfahrene Funker, die dir helfen wollen. Und wenn du keinen findest, dann schreib uns.

5 - Mir sind die Bänder zu voll

Betrachte es mal von der anderen Seite: Ein volles Band bietet viele Möglichkeiten. Du kannst mit vielen Stationen funken. Auch mit denen, die sonst kaum zu hören sind. Und sie warten auf deinen Anruf.

4 - Wir haben doch viel zu wenig Sonnenflecken

Selbt bei nur wenigen Sonnenflecken lässt sich immer noch gut funken. Die Bedingungen ändern sich laufend. Auch bei wenig Sonnenaktivität. Auf 20, 15 und 10m gibt es immer mal Bandöffnungen. 40, 80 und 160m wollen wir nicht vergessen. Sie funktionieren gut wie in Spitzenzeiten.

3 - Ich darf keine Antenne aufhängen

Solche Klagen hört man häufig. Es gibt viele gute Bau-Vorschläge für "unsichtbare" Antennen. Zum Beispiel könnte man einen Flaggenmast aufstellen und damit eine Vertikal-Antenne tarnen. Auch dünne Drähte fallen nicht auf und manchmal kann man auf dem Dachboden eine geeignete Antenne unterbringen. Hier sind Vorschläge für Heimlich-Antennen.

2 - Ich habe gar keine Station

Viele Contest-Teams suchen händeringend nach Mitmachern. Frag einfach mal rum. Außerdem gibts inzwischen gute Stationen, die sich remote bedienen lassen. Mit Steuerung über das Internet. Manche davon sind sogar richtig gut. Und jede(r) mit PC und Internet kann sie nutzen. 

1 - Contest, hm,  habe ich ja noch nie gemacht

Auch alte Contest-Hasen haben mal ganz klein angefangen. Und im Wettbewerb brauchen alle möglichst viele Verbindungen. Auch mit dir. Auch Newcomer mit langsamerer Betriebsweise sind willkommen. Sprich mal mit einem Contester in deiner Gegend, vielleicht in deinem Verein. Oder schau mal nach beim BCC. Aber die beste Methode ist immer noch: Schalt einfach ein und mach ein paar QSOs.

Quelle: Drew Vonada-Smith, K3PA, QST 11/2018 S. 74