Symmetrischer Tuner

Die Orangerie in Kassel. Symmetrie als ästhetisches Konzept der Architektur. - Symmetrische Antennen sind gleichwohl ästhetisch. Der symmetrische Transport elektrischer Energie hat sich bewährt. Auf der Empfängerseite wird das Nutzsignal durch Differenzbildung zwischen beiden Signalleitern gewonnen. Wenn die Impedanzen stimmen, heben sich die Störungen (nahezu) auf. 

Es gibt viele Lösungen zur Impedanz-Anpassung. Ein Parallel-Tuner ist die beste. Die wenigen Teile haben wir noch in der Kram-Kiste; den Rest besorgen wir uns im Bastelladen und auf dem AFU-Flohmarkt. Der Tuner soll 100 Watt verkraften können.

Skizze von DK7ZB
Skizze von DK7ZB

Kern des Ganzen sind zwei gleiche Rollspulen. Sie müssen synchron laufen. Am einfachsten erreicht man das über einen Zahnriemen und entsprechende Zahnräder. In unserem Fall stehen zwei Annecke-Rollspulen zur Verfügung. Sie werden hergerichtet und gereinigt.

Bei diesem Tuner liegt der Balun zur Symmetrierung im Eingang. Auf der Transceiver-Seite. Das ist die saubere Lösung. Unsymmetrische Tuner haben oft einen Balun im Ausgang und können dann auch Hühnerleitern anpassen. Das haben wir verworfen. In vielen Situationen bringt das zu viele Verluste.

Die Verkabelung machen wir erstmal provisorisch. Funktionstest. Bingo! Der vorhandene Hünerleiterdipol lässt sich auch auf allen Bänden nahezu verlustfrei abstimmen. Von 160m bis 6m Funkbetrieb mit nur einer Antenne. So war das gedacht.

Eine Frontplatte aus der Kiste mit den Bastel-Brettchen. Und dann erstmal die Verdrahtung überarbeiten: hochspannungsfest und kapazitätsarm. Eine Skala für den Drehko, den Windungszähler justieren. Ein Gehäuse aus Acrylglas drumherum. Die Kreise werden nicht verstimmt durch Blechwände, und man kann reingucken.

Vielleicht kommt später noch ein SWR-Meter mit Kreuzzeiger rein. Mal sehen. - Jetzt kommt erstmal der harte Praxistest: Die Rapporte sind gut. Doch was sagen sie aus? Messen ist besser. Der Netzwerkanalyser zeigt deutlich, dass sich Impedanzen von ca. 80 Ohm bis zu mehreren Kilo-Ohm auf allen Kurzwellenbändern sauber anpassen lassen. Sogar 50 MHz geht noch. Und dann am Senderausgang: Wir vergleichen den neuen Parallel-Tuner mit einer Anordnung aus Auto-Tuner mit Balun im Ausgang. Der Balun ist stark überdimensioniert und besteht aus zwei Teilen: Symmetrie (1:1) und Transformation (1:4) auf die Impedanz der Hühnerleiter. Ein abgesetzter Messdipol in einiger Entfernung zeigt eine deutlich höhere Spannung bei Verwendung des Parallel-Tuners. Messungen in größerer Entfernung sind immer QSB-behaftet. Deshalb haben wir die Messung mehrfach wiederholt und über einen längeren Zeitraum beobachtet. Am Web-SDR der Uni in Twente ist unser Signal in der Regel 3 dB lauter. Das entspricht einer Leistungs-Verdoppelung. A ist der neue Tuner und B die herkömmliche Anpassung mit Tuner und Balun im Ausgang. Da können wir uns zufrieden zurücklehnen ....