Ohne Umwege

Früher hatten Radios den Lautsprecher vorn. Sie standen auf dem Wandregal, auf der Vitrine oder einem erhöhten Tischchen. Der Schall erreichte den Hörer direkt und ohne Umwege. Unsere modernen Transceiver haben Frontplatten mit Bildschirm und vielen Knöpfen. So wollen es die Kunden. Für Lautsprecher ist vorn kein Platz. Er steckt im Deckel manchmal im Boden. Strahlt nach oben, manchmal nach unten. Er ist winzig und führt ein kümmerliches Dasein.

Nur wenige Transceiver haben den Lautsprecher noch auf der Frontseite. Wer sich mal mit Schallausbreitung befasst hat, weiß, dass grade die hohen Frequenzen das Ohr nur dann gut erreichen, wenn sie ohne Hindernisse und ohne Reflexion ankommen. Den tiefen Tönen ist das eher egal. Die hohen Frequenzen tragen jedoch wesentlich zur Silbenverständlichkeit bei. Wem das wichtig ist und wer keinen guten Lautsprecher hat, trägt beim Funken einen Kopfhörer.

Wir brauchen keine Breitband-Mehrwege-HiFi Soundbox. Im Gegenteil: Ein schmaler Frequenzbereich genügt. Ist sogar besser. Besonders deutlich wird das beim Morsen. Das Video zeigt eindrucksvoll, wie man mit einem gebogenen PVC-Rohr und der richtigen Länge eine deutliche Verbesserung erreicht. 

Für SSB-Betrieb darf der Frequenzgang natürlich ein bisschen größer sein.

Die Wiedergabe-Qualität vieler Transceiver mit dem eingebauten Lautsprecher ist dem Gerätepreis nicht angemessen. Transceiver-Hersteller wissen das. Sie verkaufen gern zusätzliche Lautsprecher, die man akustisch günstig aufstellen kann. Und im Design des jeweiligen Funkgeräts sind sie gleich richtig teuer. - Wir Funkamateure haben ein bisschen handwerkliches Geschick. Können umgehen mit Säge, Holz und Leim. Einen geeigneter Lautsprecher finden wir in der Bastelkiste. Sonst fragen wir mal die Kumpels.

Sägen, schleifen, leimen, löten. Und so entsteht in kurzer Zeit eine kleine Box mit dem richtigen Frequenzgang und guter Sprach- (und CW-) Wiedergabe. Und der Sound erreicht das Operator-Ohr direkt und ohne Umwege.