Morsen am Märchenschloss

Sommer. - Wo andere Urlaub machen, da treffen sich die Funkamateure zum Abendspaziergang und zum Funken. An der Löwenburg. Malerische Ritterburg. Sie steht im Bergpark Wilhelmshöhe. Trutzig. Antennenmasten, Kräne und Belagerungstürme. Hier wurden Märchenfilme gedreht.

Pseudo-mittelalterlich. Schon als Ruine gebaut. Im Inneren fürstliche Wohnräume. Barock. Von Landgraf Wilhelm IX. errichtet (reg. 1785–1821, spät. Kurfürst Wilhelm I). Die Burg diente als Lustschloss, sollte aber gleichzeitig die historische Bedeutung des seit dem Mittelalter regierenden Hauses Hessen abbilden. Wir ziehen unsere Strippen auf den Rängen des ehemaligen Turnierplatzes.

KX3 und FT817 auf 40m und 20m gleichzeitig. Anfangs geht es sehr schleppend. Kleine Leistung, Bedingungen schlecht und Antennen so lala.

Aber dann: kurz vor 20 Uhr geht die Sonne unter hinter dem Herkules. Und schon purzeln Stationen aus ganz Europa in unser Log. GMA, COTA, WWF. Wir bedienen fast alle Wünsche.

Martin hat seinen FT-817 mitgebracht. Mit dickem Akku und Palm-Taste. Ein langer Draht hängt in den Bäumen. Ein 1:10-Balun davor, und ein LDG-Tuner kümmert sich um den Rest. Sigrid und Harry funken mit KX3. Ihre Antenne kennt fast alle SOTA-Referenzen in Deutschland. Ein asymmetrisch gespeister Dipol, Model 404-UL.

Die Sonne ist lange schon weg. Es wird kühler. Wir packen unser bisschen Funkzeug zusammen und machen uns auf den Heimweg. Einige gehen zurück zum Auto-Parkplatz, andere steigen aufs Rad. Mit Muskelkraft oder Hilfsmotor.