QSL-Geschichte(n)

Wir wühlen ab und zu mal in unseren alten QSL-Karten. Dabei kommen alte Geschichten ans Licht und manchmal auch Geschichte. 40 Jahre lang gab es zwei deutsche Staaten. Getrennt durch eine Grenze, die niemand überqueren durfte. Unsere Funkwellen haben sich nicht daran gehalten, und mit den QSL-Karten von "drüben" hatten wir in DL immer einen kleinen Blick hinter den "eisernen Vorhang". Helmut Hansch in Hoyerswerda hat dieses Bild auf die QSL gebracht: VEB Gaskombinat Schwarze Pumpe. Braunkohle überall. Tagebau, riesige Verbrennungsöfen, Wasserdampf treibt Generatoren, Dampf, Staub, Ruß, Gestank. Für die heimische Heizung wurden Briketts gepresst. Im Winter roch die Republik nach Braunkohle.  

Chelyabinsk. Eisenerz, Stahlgewinnung, Rüstungsproduktion. Stalin-Orgeln und T34. Die Flüsse waren stark radioaktiv belastet. Stacheldraht an den Flussufern. 1967 legte eine Dürre die Seen trocken und der radioaktive Staub hat sich über 25.000 km2 verteilt. Wir Funkamateure haben die Verbindungen gehalten. Am 15. Februar 2013 ging ein Meteor über der Stadt nieder. Viele Verletzte. Dank umfangreicher Kuturförderung ist Chelyabinsk inzwischen die siebtgröße Stadt Russlands.

Vor dem Zusammenbruch der Sovjetunion (1991) hatten die Kohle-Kumpel von UK5MAF das lauteste Signal in den einschlägigen Contesten. Gleich nach den bekannten amerikanischen Stationen. Stan Sycev hat die Gruppe zusammengehalten und wurde dafür sogar mit einer Medaille vom Staat geehrt. Ende der Achziger Jahre brach die Kohleförderung auch hier zusammen. 70 Minen wurden geschlossen. Stan wohnt jetzt in Sunny California und wir freuen uns, ihn immer noch in Contesten zu hören.

Banaba. Kleine Insel im Pazifik. Sie gehört zur Inselrepublik Kiribati. Hunderte von Jahren lebte die Bevölkerung in Frieden und Wohlstand. Die Insel war bedeckt mit Vogelkot (Guano), war weit weg und unberührt. Bis 1900. Da entdeckte die Pacific Islands Phosphate Company aus England den wertvollen Dünger: Kalkphosphat. Die Firma hat den Ureinwohnern das Land abgekauft. Für kleines Geld und für die nächsten 999 Jahre. Riesen Maschinen fuhren auf. Die Einwohner wurden in eine kleine Ecke der Insel gedrängt. Der Dünger wurde in Australien verkauft. 1980 wurden die Phospahtminen geschlossen, und die Einwohner durften zurück. Doch die tropische Landschaft war versaut. Überall Schutt und Trümmer. Die Insel war bekannt unter dem Namen "Ocean Island". Ein hochbegehrtes DX-Land. Bob und Jim sind australische Funkamateure. In mehreren DXpeditionen haben sie die Insel befunkt und auf die Problematik dort hingewiesen. Sie haben viele Sponsoren gefunden und zu einer besseren Infrastruktur beigetragen.

Wird fortgesetzt.