Morsen lernen

Das Ziel ist klar: Zuhören bei einer Morseunterhaltung und den Inhalt verstehen können. Der Lernprozess ist lang. Wie beim Lernen einer Fremdsprache. Das geht nicht über Nacht. Permanentes Anwenden und tägliches Üben machen den Erfolg. Das Tempo ist unwichtig. Ein Trick dabei:  Weg mit dem Stift! Morsen verstehen geht im Kopf. Nicht auf Papier.

Wir morsen, weil es Spaß macht. Morsen steht auf der Kulturerbe-Liste in einer Reihe mit Spitzenklöppeln, dem Köhlerhandwerk und der Flößerei. Wir können morsen und möchten denen helfen, die es lernen wollen.

1970: Morseunterricht bei DK1DU auf dem Hohen Dörnberg
1970: Morseunterricht bei DK1DU auf dem Hohen Dörnberg

Früher mussten Funkamateure morsen können. Eine Prüfung (drei Minuten mit 12 WpM) war Bedingung. Text auf Papier, drei Fehler gingen durch. Heute ist alles viel einfacher.  Keiner muss das Gehörte "vorlegen". Keiner muss ein aufgenommenes Telegramm weiterleiten. Fehler werden nicht gezählt. Der Lernende wird nicht von außen bewertet. Der optimale Lernprozess hat sich entsprechend verändert. Wir werden beim Üben neue Wege gehen. Übung muss sein. Aber sie wird ab heute effektiver.

Nachhaltiges Lernen ist ohne Üben nicht denkbar. Wie beim Klavier- oder Tischtennis spielen, oder beim Lernen einer Fremdsprache. Nur durch Übung entsteht eine Kompetenz. Die Lernpsychologie kennt viele und ganz verschiedene Übungsszenarien. Beim Morsenlernen sind drei davon im Fokus: Üben um zu Automatisieren, Üben im Gebrauch und Üben bei der Anwendung.

Der innere Schweinehund hat immer mindestens drei Argumente dagegen:

"Ich habs oft versucht. Ich lerne das nie."
Jede(r) kann Morsen lernen. Wer so etwas sagt, hat insgesamt zu wenig, zu ungeplant und zu ineffektiv geübt. Die richtigen Übungsformen machen Spaß und motivieren zu weiteren Übungen. Man muss sie nur erst finden und darf nicht zu schnell aufgeben.

"Ich muss das aufschreiben, sonst klappt das bei mir nicht".
Wer beim Üben schreibt, traniert sein Gehirn in die falsche Richtung. Es gibt unnötige Übungsplateaus, die mit dem Schreibvermögen und den Zeichenabständen zu tun haben. Der Sinn des gemorsten Textes wird beim Hören nicht erfasst. Erst beim Lesen. Ein fataler Umweg. Zudem bildet sich beim Schreiben kein "Morse-Kurzzeit-Gedächtnis". Man muss sich beim Schreiben keine Zeichenfolge merken. Der Text entsteht auf dem Papier und nicht im Kopf, wo er ja eigentlich hingehört. Auch fatal.

"Geben kann ich ganz flott. Nur mit dem Hören klappts noch nicht so gut."

Unsinn. Das klingt ja wie "Schreiben kann ich perfekt. Nur mit dem Lesen klappts noch nicht so." Wer so von sich denkt, sollte sich besser noch nicht aufs Band wagen. Wie klingt ein Musiker, der sich nicht spielen hört? 

Wer sich in einem der drei letzten Absätze wiederfindet, der muss umlernen. Und Umlernen ist schwerer als neu lernen.  - Gehen wir es an ....

Auf diesem Weg:

  • Smartphone, Tablet, Notebook oder PC
  • Kein Stift, kein Papier
  • Minimalistisch, gradeaus und online
  • Täglich 10 bis 15 Minuten