Aus Wichte in den Weltraum

Jetzt funken wir über Satelliten. Wenn gerade kein Kirchturm im Weg steht. Funkamateure treffen sich zum Seminar in Wichte. Die richtig hohen Satelliten fangen wir mit der Schüssel und die LEOs mit kleiner Yagi. Günter und Charly wissen, wo der Satellit gerade rumsaust und Heinz ist begeistert. Die Verbindungen sind spontan und sofort. Die Truthähne müssen bis Weihnachten warten.

Samstag, 21. September 2019. Die Funkamateure treffen sich zum Seminar in Wichte. Es geht um Funkbetrieb über Satelliten. Hardware, Software, Antennen und Betriebstechnik.

Zu Beginn stellt Robert (DL5FCE) seine Technik vor für den QO-100. Betrieb nur mit Funkgeräten, ohne PC und ohne riesige Software. Dann gehts auf die Wiese. Dort bauen wir alles auf und stellen fest: Der Kirchturm ist im Weg. Am anderen Standort gehts. Jedenfalls solange keine Funkamateure vor der Schüssel rumlaufen. Kabel genug liegen auf dem Boden herum. Es gibt reichlich Gelegenheit zu stolpern. Verluste sind nicht zu beklagen.

QO-100 ist ein Transponder auf dem katarischen TV-Satelliten Es'hail-2. Erst war nur die CW-Bake zu hören. Dann aber kam Freude auf, als auch SSB-Stationen zu hören waren. Roberts Station: Icom IC-9700 (ein Dreiband-Transceiver für UKW), ein Down-Konverter und ein Up-Konverter mit Endstufe.

Als Nächstes ist Sigi dran (DG9FBC). Sigi wohnt bei Bremen. Wir schalten ihn einfach zu. Live per Internet. Mit Teamviewer und Skype.

Sigi zeigt uns beeindruckende Bilder. Er hat den ADALM Pluto umgebaut, damit er die nötige Frequenzstabilität bekommt. Der Pluto braucht eine spezielle Software auf einem PC oder Laptop und ist damit das Herzstück der Anlage. Er ersetzt den Transceiver.

Und dann schlägt Charly Alarm. Er meldet den Überflug eines niedrig fliegenden Satelliten (LEO). AO92. Ausgerechnet über Wichte. Wir unterbrechen kurz und lauschen. Der Überflug von Norden kommend über Osten nach Süden dauert ca. 12 Minuten. Stationen aus England, Italien, Frankreich, Russland und Deutschland sind gut zu hören.

Dann macht Sigi weiter. Er erklärt uns den Umbau des Pluto und zeigt uns Details an seinen Bildern.

Ralf (DL1EL) und Charly (DK3ZL) lassen uns an ihren Betriebserfahrungen teilhaben. Dann gibts Mittagessen. Ilse hat wieder einen leckeren Leberkäse gezaubert. Vielen Dank dafür.

Charly erklärt uns den Funkbetrieb über LEOs. Low Earth Orbiting Satellites. Sie fliegen zwischen 400 und 1000 km Höhe. Anders als beim geostationären QO-100 gehen sie auf und unter. Man muss die Uhr stellen, aufpassen und wissen wo sie kommen und gehen. Auch die Internationale Raumstation (ISS) gehört zu dieser Gruppe. Sie fliegt "nur" 410 km hoch über unsere Köpfe. Charly hat Tonbeispiele dabei von SSTV-Bildern, die er von der ISS empfangen hat.

Schlussrunde am Nachmittag. Dazu Kaffee und Kuchen. Es bleiben keine Fragen offen. In dieser Gemeinschaft macht Amateurfunk Spaß. - Vielen Dank an Heinz (DK4EI) und seine XYL Ilse, die es möglich gemacht haben, dass wir uns in Wichte treffen konnten.