Contest

Heinz DK4EI "CQ-Contest" im DARC-Turm, November 1982
Heinz DK4EI "CQ-Contest" im DARC-Turm, November 1982

Contest macht Spaß. Das lockt die Funkamateure an den Wochenenden auf die Bänder: sportlicher Funk-Wettbewerb. Die Bastelei an Gerät und Antenne ist ein permanenter Optimierungsprozess, und Contest ist die Prüfung. Seltene DX-Stationen sind im Contest gut zu erreichen und man trainiert Betriebstechnik. Große, Kleine, Laute und Leise funken miteineinander und tauschen sich aus. Das bringt ihnen Punkte. Teams bilden sich.

Kommunikation gemeinsam, weltweit. Die Contestbereiche brodeln. Freie Frequenzen: Mangelware.

 

Das Video zeigt diese Betriebsamkeit auf dem 20m-Band. Hier ist das Ende des CQ-WW-Contests am 27.Mai 2013 um 23:59 UTC. Innerhalb einer Minute verschwinden fast alle Signale.

Hinweis: Alle Videos auf dieser Seite sind von anderen Quellen und über Youtube hier eingebunden. Die jeweilige Urheberschaft ist auf Youtube kenntlich.

DL0JK - multi-multi: Moni DL2ZBP und Torsten DL2ZBR, 1985
DL0JK - multi-multi: Moni DL2ZBP und Torsten DL2ZBR, 1985

Conteste laufen über eine bestimmte Zeit. Die wird in den Regeln festgelegt. Es gibt Kurz-Conteste von nur zwei/drei Stunden Dauer. Die bekannten großen Wettbewerbe dauern allerdings 24 oder gar 48 Stunden. Denn die Funkbedingungen ändern sich innerhalb von 24 Stunden. Und Tag- und Nachtzeiten verteilen sich auf dem Globus. In jedem Contest gilt eine einheitliche Zeit für alle Teilnehmer: UTC. So kommt niemand durcheinander.

Es gibt so viele Regeln, wie es Conteste gibt. Wer mitmachen will, muss sich gut informieren und die Ausschreibungen genau studieren. Fast immer geht es darum, möglichst viele Verbindungen herzustellen. Je nach Entfernung gibt es Punkte dafür. Die Punktsumme wird oft anschließend multipliziert mit der Zahl der erreichten Länder. In der Verbindung wird der Rapport ausgetauscht. In Ergänzung zum Rapport wird eine weitere Nummer ausgetauscht, die laufende QSO-Nummer, das Alter des Operators, die Sendeleistung oder ähnlich. Ehrliche Signal-Rapporte bekommt man im Contest allerdings nicht. Der Operator hat kaum Zeit auf das S-Meter zu schauen und der Computer gibt einfach immer 599. Vermutlich lässt man den Rapport künftig irgendwann einmal ganz weg.

 

Bernd DL8UI - Conteststation 1979
Bernd DL8UI - Conteststation 1979

George K5TR ist ein schneller Contester. Im Video von 2005 zeigt er, wie man sogar in SSB-Contesten sechs bis sieben Verbindungen pro Minute schafft: gut hören können, ruhig und hochkonzentriert, kein Wort, keine Silbe zu viel, sicher auftreten, keine Lücke lassen. So ein Verhalten muss man eisern trainieren. Und dann noch durchhalten über lange Zeit. - Wenn dann die Anrufer auch eine gute Contest-Betriebstechnik haben, dann läuft es so gut wie bei George. Auf Kurzwelle stehen die Funker der ganzen Welt Schlange. Im günstigsten Fall drängelt dabei keiner.


1979 hat Bernd DL8UI seine Papierlogs mit über zweitausend Verbindungen noch mühsam nach Doppelten durchsucht um sie zu streichen. Die Punkte hat er von Hand eingetragen und mit dem Taschenrechner ermittelt. Heute sind Computer hilfreiche Knechte im Contest. Nicht nur beim Log führen und Punkte berechnen. Das Internet meldet, wenn Stationen in seltenen Ländern auftauchen, wenn sich an der Ionosphäre was ändert oder wenn ein Flugzeug passend quert. In CW-Contesten kann der PC den kompletten Sendebetrieb übernehmen. Der Operator muss allerdings gut CW können. Den Anrufer muss er selbst erkennen und das Rufzeichen eintippen. Den Rest macht der PC. Auf Kurzwelle und bei guten Bedingungen sind Geschwindigkeiten von bis zu 250 Zeichen pro Minute üblich (50WpM). Mit einer Simulations-Software kann man das üben.

 

Katia RZ9UMA ist erst 9 Jahre alt. Im CW-Contest zeigt sie den alten Hasen, wo es lang geht.

Jeder Wettbewerb hat Regeln. Den äußeren Rahmen bilden die nationalen Gesetze und Verordnungen zum Amateurfunk, und die jeweiligen Ausschreibungen regeln weitere Details. Zum Beispiel: Betriebsart, Sendeleistung, Frequenzbereich, Internet-Nutzung, Standort usw..

DL0JK - multi-multi, 1985
DL0JK - multi-multi, 1985
UKW-Contest, Wasserkuppe: Jan DL2ZXA, Matthias DJ4FM, Ben DL6FBL, Tim DK5OH, 2014
UKW-Contest, Wasserkuppe: Jan DL2ZXA, Matthias DJ4FM, Ben DL6FBL, Tim DK5OH, 2014

Am Contest kann man als Einzelne(r) teilnehmen (single). Oder mit Mehreren (multi). Dabei kann man sich auf ein Funkgerät festlegen (multi-single) oder gleich mehrere Stationen parallel betreiben (multi-multi). Teams bilden sich, und da beginnt es dann richtig Spaß zu machen. Da kommen unterschiedliche Experten zusammen. Sie werden alle gebraucht: Elektroniker, Antennenbauer, Schnellspecher, Telegrafisten und seit einigen Jahren auch PC-Spezialisten, Netzwerktechniker, und viele mehr.

Fieldday, Eisenberg: Werner DL4ISX u. Ralf DL1EL, 2014
Fieldday, Eisenberg: Werner DL4ISX u. Ralf DL1EL, 2014

Wer einen Führerschein hat, wird nicht gleich ein Formel-1-Rennen gewinnen. So ist es beim Funken auch. Aber beim Mitmachen lernt man am besten. Als Zuschauer/Zuhörer fängt man an. Wer mitfunken möchte, muss sich vorher informieren. Im Netz gibt es eine Übersicht über die aktuellen Wettbewerbe und die Regeln des speziellen Contests. Wer sich ernsthaft mit dem Thema Contest befassen möchte, kann eine "Contest University" besuchen, oder z.B. beim Bayrischen Contest Club schmökern.

Am besten aber tut man sich mit Freunden zusammen und fängt einfach mal an. Dann merkt man schnell: Contest macht Spaß.