Geben Sie Empfangsbestätigung?

Die Zeit der Postkarte als Nachrichtenträger ist vorbei. Auch die QSL-Karte der Funkamateure stammt aus der Zeit der Schneckenpost. Ein schönes Bild, bunt, gemalt, fotografiert oder gedruckt, so sahen die Empfangsbestätigungen der Funkamateure früher aus. Vermerkt wurde darauf die Zeit der Funkverbindung, die Rufzeichen beider Funkstationen, die Frequenz, die Sendeleistung und Einzelheiten zur eigenen Funkstation. Die QSL-Karte wurde erfunden, als noch keiner daran glaubte, dass man von Europa bis nach Neuseeland funken kann.

Da jeder Funkamateur seine QSL-Karte nach eigenem Geschmack gestaltete, war der Empfänger neugierig, wann die Empfangsbestätigung kam und wie sie aussehen würde. Heute hat sich die Art der Empfangsbestätigung gewandelt. Zum einen legt gar nicht jeder Funkamateur Wert auf Empfangsbestätigungen. Zu groß wird die Menge an „Pappen“ und so viel Platz hat heute auch kaum jemand mehr, dass er die QSL-Karten kistenweise oder in Schubladen aufbewahren möchte.

Wer es als Funkamateur einmal um die halbe Welt geschafft hat, bewahrt sich vielleicht noch ein paar Karten auf und das war’s. Hinzu kommen dann noch ein paar Stück seltene Gebiete, Inseln im Pazifik, kleine Staaten mit wenigen Funkamateuren. Die große Sammelleidenschaft aber ist vorbei, auf der Pappe wenigstens. Auch die seltenen Gebiete oder „Inseln in der Luft“, freuen zwar jeden Funkamateur, wenn er sie auf der Kurzwelle erwischt. Gedruckte QSL-Karten will dann aber trotzdem nicht mehr jeder davon haben.

Viele senden ihre Karte nur "in return". Sie schicken ihre Karte est dann ab, wenn die vom Partner bei ihnen eingetroffen ist. Oft verhalten sich beide QSO-Partner so. Dann bleibt die Funkverbindung, was sie ist. Aber man spart sich das anschließende Versenden bunter Karten.

Funkamateure, die heute noch Wert auf Empfangsbestätigungen mit Bildern legen und kein Papier verschwenden wollen, benutzen internetbasierte Datenbanken z.B. „E-QSL“. Da tragen die Funker, die bei Ihren Verbindungen „Bestätigung (QSL)“ vereinbart haben, alles ein, und man kann sich die Bestätigungen auf den Rechner laden. Geht schnell und kostet nichts. Diese Art von QSL verwendet man heute. Sie ist so beweiskräftig wie die Pappe. Wer unbedingt will, kann man sie sogar ausdrucken und – vor allem – er muss nicht monatelang warten.

Funkamateure führen Buch über ihre Verbindungen. Ganz früher in einem Logbuch auf Papier. Später dann mit ihrem Personalcomputer. Heute reicht das Internet bis in die Funkbude und die Funker schreiben ihre Verbindungsdaten gemeinsam in ein "Logbook of the World". Dann erübrigt sich das Versenden der bunten Postkarten endgültig.

Die FUNKAMATEURE gehen mit der Zeit. Für ein technisches Hobby sind Empfangsbestätigungen per Internet naheliegend. Auf Individualität und Bilder muss trotzdem nicht verzichtet werden.