SOTA klein und leicht

Die Funkbedingungen sind zur Zeit oft mies. Manchmal muss man ackern, um die nötigen vier Mindest-QSOs ins Log zu kriegen. Das verführt dazu, technisch aufzurüsten. Mehr Watt, mehr Akku, mehr Mast, mehr Draht und Coaxialkabel. Das alles macht den Rucksack schwer. Denn Trinkflasche und Ahle Wurschd kommen ja noch hinzu. - Hier wird beschrieben wie es klein und leicht sein kann und wie sich dennoch gute Funk-Erfolge einstellen können.

Das Shack im Grünen: Transceiver, Morsetaste, Stromversorgung, Logbuch und Stift kompakt auf einem Brettchen 14 x 22 cm. Eine Hand kann alles halten. Die andere morst oder schreibt. Und damit der Stift nicht im Wald verschwindet, ist er gesichert mit einem dünnen Faden. Ein Bleistift ist empfehlenswert. Er lässt sich mit dem Taschenmesser anspitzen und schreibt auch bei Nässe. Kugelschreiber auf feuchtem Papier ist doof. (Regenwasser im Paddle auch.) Ein angeschraubter Klemmbügel sorgt für windfesten Halt der Logblätter. Der kleine Transceiver wird mit Gummiringen auf das Brettchen gespannt. So kann er auch im rauen Betrieb nicht verrutschen und landet nicht hart am Boden oder in der Nässe. So ist das praktisch und bequem. Draußen-Funker kennen das: Da tun einem die Füße weh oder die Knie. Der OM ist außer Puste, friert, schwitzt, ist hungrig oder durstig. Es regnet und ist windig, und der OP muss sich jetzt durch das QRM wühlen, sein schwaches Signal hochhalten, das komplette Shack balancieren und dabei noch saubere und korrekte Morsezeichen geben. Das ist ganz anders als zu Hause. Und das müssen alle wissen, die jetzt mit uns funken. 

Ein ausrangierter Verbandskasten. Da passt alles rein: Transceiver mit Akku und Kopfhörer, die komplette Antenne mit Zugseil und Wurfgewicht, Brettchen, Logbuch, Stift und Radiergummi dazu ein Taschenmesser mit einfachem Werkzeug und die nötigen Coax-Adapter. Vorsichtige Wanderer haben noch ein paar Pflasterstreifen im Verbandskasten gelassen. Alles drin im Kästchen. Es bringt genau 1495 Gramm auf die Waage. Mit Akkus, Wurfgewicht und Taschenmesser. Das Kästchen ist mit Teilen einer alten Iso-Matte gepolstert. Das Bodenteil kann man herausnehmen. Es dient dem Allerwertesten des OP und schützt ihn vor Nässe, Kälte und spitzen Steinen.

Bei den Akkus kann man Gewicht sparen. Moderne LiPo-Akkus sind Leichtgewichte und haben hohe Kapazitäten. Im KX-1 verwenden wir 5 Stück mit 3,2V und 600 mAh. Sie passen genau in die Original-Halter im Gerät. Sie haben die Bezeichnung IFR14500. Aufpassen: Es gibt sie mit Kopf auf der Plus-Seite, aber auch ohne. Die sechste Kammer ist mit einer umwickelten Schraube kurzgeschlossen. Sonst wird dem Kleinen die Spannung zu hoch. Die Erfahrung zeigt, dass damit drei SOTA-Aktivierungen mit regem Funkbetrieb zu je einer halben Stunde gut möglich sind.

Die Antenne ist klein und leicht. Kein Coax-Kabel, keine Stecker. Gardinenringe haben sich als Isolatoren bewährt. Kabelbinder gehen auch. Die bewährte Antenne ist ein asymmetrischer Dipol. Der Schenkel in der Luft ist 13 Meter lang und das Gegengewicht am Boden ca. 8 Meter. An beide Enden wird der Tunerausgang angeklemmt. Auf 7, 10 und 14 MHz hat sich die Strippe gut bewährt. Sie braucht nur einen Aufhängepunkt. Die kleine Haspel passt in den Verbandskasten. Darauf wird in einem Zug gewickelt: Gegengewicht, Strahler, Wurfleine und Blei-Gewicht. Mit Kreiselbewegungen schleudert man das Wurfgewicht über einen Ast und zieht dann daran die Antenne hoch. Eine Zugentlastung am unteren Ende der 13 Meter ist praktisch. Die Wurfleine besteht aus Maurerschnur (1mm). Das Bleigewicht hat ca. 40 bis 50 Gramm.