Wasserfälle

Steinhöfer Wasserfall im Bergpark Wilhelmshöhe
Steinhöfer Wasserfall im Bergpark Wilhelmshöhe

Funken ohne Wasserfall ist möglich aber sinnlos. So hätte es Loriot sicher ausgedrückt, wäre er in diesen Tagen Funkamateur gewesen. Früher kurbelten die Funkamateure am großen Knopf, bis sie einen Funkpartner hörten. Heute sehen sie ihn im Wasserfall und klicken sich dann hin. Das ganze Band im Blick und sehen, wo grade jemand funkt. Das hilft, sich gegenseitig zu finden. Selbst QRM macht Spaß im Wasserfall. Man dreht einfach leise und freut sich an den schönen Mustern. Ganz neue Transceiver haben den Wasserfall schon an Bord. Manche Radios lassen sich mit einem Bildschirm ergänzen und bei ziemlich alten Kisten muss man mit etwas mehr Aufwand die ZF anzapfen und das Signal daraus aufarbeiten. Über Experimente und ihre Erfahrungen mit Wasserfällen wollen die Funkamateure demnächst hier berichten. Und wer Lust hat, kann solange am Wasserfall entspannen.

 

Moderne Wasserfälle

Heute haben die Transceiver einen Bildschirm und können das Frequenz-Spektrum als Wasserfall darstellen. Auf einen Blick erkennt der Operator, ob was los ist auf dem Band und auch wo. Er klickt sich hin und hört dann das Signal. Bei miesen Bedingungen oder bei sporadischen Bandöffnungen (z.B. auf 6 Meter) ein tolles Werkzeug, QSO-Partner leicht zu finden. Und wenn irgendwo eine seltene Station einen Pileup auslöst, wenn die Meute jagt und die Frequenzen brennen, dann wird der kleine Bildschirm zum großen Kino. Split Frequency. Dann sieht man genau, wo sich die Dummen kloppen, wo Lücken sind und wie der Rhythmus geht. Außerden erkennt man leicht die Taktik der DX-Station. Die Trefferwahrscheinlichkeit wird größer. Keiner muss mehr in den Nebel schießen. Geräte mit zwei Empfängern können sogar zwei Bänder gleichzeitig darstellen. Eine starke Waffe, um beim Contest keine Bandöffnung mehr zu verpassen. Und wer kein Jagdfreund ist und auch kein Waffennarr, der funkt immer noch gut und gerne auch ohne eigenen Wasserfall. Schließlich kann man ja auch auf einen der vielen Web-SDR schauen. Doch eins nach dem anderen.

 

Wasserfall im Anhänger

Der KX3 ist sehr beliebt. Als Zweitgerät, Portabel, Urlaub, SOTA, ... Im Großen und Ganzen ist er ein richtig Guter unter den Kleinen. Leider auch ein bisschen teurer. Er hat zwar ein  übersichtliches Display, aber weder Spektrum noch Wasserfall. Und sein großer Bruder K3(S) auch nicht. Hat Elecraft den Zug verpasst? Inzwischen gibts passend einen Anhänger. Der bringt dann den Wasserfall. Für K3 und KX3 sind das wegen unterschiedlicher ZF auch unterschiedliche Anhänger. Sie heißen P3 und PX3. Und wie das geht und was sie leisten, kann man sich in diesem Video ansehen. - Nein, man muss sich nicht unbedingt einen extra Kasten kaufen. Man kann auch den PC verwenden mit kostenloser Software. Wie einfach das geht, darüber wollen wir berichten.

 

Not a P3

"Not a P3" oder kurz "NaP3" so heißt eine kostenlose Software, mit deren Hilfe sich Spektrum und Wasserfall von Elecraft K3 und KX3 auf dem PC darstellen lassen. Die Verarbeitung und Darstellung am PC birgt weitere Vorteile: Informationen aus anderen Anwendungen lassen sich integrieren. Zum Beispiel CW-Skimmer. So sieht man im Bild, wie über den Amplitudenspitzen die Rufzeichen der dort aktiven Stationen sichtbar werden. NaP3 und Skimmer empfangen beide den Datenstrom des Transceivers, werten ihn unterschiedlich aus und fassen die Ergebnisse zusammen. Das finden wir genial. Mehr_>>>

 

Wasserfall mit Panoramic Adapter Tap Board

Die Englische Zeitschrift Radcom hats gebracht. Schon vor dreieinhalb Jahren: Ein Baustein, der die ZF älterer Transceiver hochohmig auskoppelt und aufbereitet, damit sich Frequenz-Spektrum und Wasserfall darstellen lassen. Die Platine misst nur 4 x 2,5 cm und passt sogar in den FT817. Eine Beschreibung der Komponenten hat Dave (G4HUP) notiert. Eine passende Software dazu ist z.B. SDR-Play. Wir probieren es aus. Am IC-7410. Die kleine Platine (rot markiert) ist gut zu erkennen. Darüber sieht man den Deckel der ZF-Stufe. In den Deckel boren wir ein Loch, damit wir mit dem Stecker an den Mess-Pin der ZF kommen. Die Versorgungsspannung holen wir uns an geeigneter Stelle, und an der Rückwand ergänzen wir eine BNC-Buchse für das Ausgangssignal. Die Webseite huprf.com enthält Einbauvorschläge für alle gängigen Transceiver. Links im Menü "Panoramic Adaptor Board", dann "Pat Gallery". - Roland ist noch am basteln, und wenn er fertig ist, dann wird er sein Ergebnis hier vorstellen.

 

Software macht das Radio

SDR-Radios sind toll. Sie öffnen Fenster in eine neue Welt, in ein neues Zeitalter des Radios. Die notwendige Hardware wird immer kleiner und weniger. Wo früher Mischer und Bandfilter werkelten, sind heute schnelle Schalter. Wo uns früher ein magisches Auge anblickte, schauen wir heute auf eine Fülle optischer Reitze: Panoramen und Wasserfälle. Und der PC mit Soundkarte gehört fast immer mit zum Radio. Sie werten das I/Q-Signal aus. Die Software machts. Ohne die geht kein modernes Radio mehr. Das Angebot ist riesig. Was früher Radiobastler waren sind heute Softwerker. Und entsprechend viele bunte Blumen gibt es auf der Wiese. Da kann der Überblick leicht verloren gehen. Einen Eindruck von die Vielfalt und eine gewisse Ordnung bekommt man auf der Seite von www.rtl-sdr.com.

 

Wasserfall im Webradio

Quelle: DH1TW
Quelle: DH1TW

Web-Radios sind praktisch. Sie stehen an interessanten Orten, sind fernbedienbar über das Internet und bringen ihren Output (Wasserfall und Sound) auf den heimischen PC oder das Smartphone unterwegs. So lassen sich die Bänder von überall beobachten und schlechte Antenne, Standort und viel Rauschen sind kein Grund mehr zur Traurigkeit. Der Wasserfall zeigt die Aktivitäten im Band, Feldstärke-Plotter machen Signalvergleiche leicht. Zum Beispiel bei Antennen- oder Leistungtstests. Signale lassen sich sogar akustisch aufzeichen und als Sound-Datei downloaden. So gelingt eine objektive Beurteilung des eigenen Signals. Die geschickte Wahl des Empfangsstandorts lässt miese Bedingungen austricksen. Wer z.B. auf UKW mal weit ins Hessenland lauschen will, klettert auf die Wasserkuppe oder klickt einfach hier hin. Die Hochschule Bremen betreibt ein Web-SDR-Projekt in Norddeutschland, auch der Empfänger der Uni-Twente ist sehr gefragt. Und DJ3LE betreibt ein Web-SDR bei Schleswig und DK0TE in Süddeutschland. Einen gibts im alten Atombunker in Hackgreen in der Nähe von Stoke-on-Trent in England. Und wer keine 80m lange Antenne für 160m spannen kann, lauscht besser in Stafford (Zentral-England). Peter (DL6KA) versucht eine Übersicht_>>