Das gibt es nur in Fulda. Und dahin geht die Reise heute. Die Funkamateure von Schwalm und Knüll machen einen Ausflug, haben alle Nordhessen eingeladen. Am Domplatz begrüßt uns Bonifatius als Ampelmännchen. Verbum Domini manet in aeternum, steht auf seinem Denkmal-Sockel. Kein Wunder, dass hier niemand bei Rot über die Straße läuft. Dom, Schloss und Weihnachtsmarkt. Die aktuellen Funker-Themen werden im Bus besprochen.
Neustadt. Zweites Satelliten-Seminar. Charly hatte eingeladen, und viele sind gekommen. Zielgruppe diesmal die Funkamateure aus Schwalm, Knüll und Umgebung. Draußen ist es zu Beginn noch dunkel, zudem kalt, windig und regnerisch. Dem Satellit QO-100 macht das Wetter nichts aus. Wir starten erstmal im Warmen.
Messe Dortmund. Treffpunkt für Funkamateure aus Deutschland und vielen angrenzenden Ländern am letzten Novembertag. 49. Amateurfunkmarkt.
Eine gute Mahlzeit mit netten Menschen. Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse der letzten Monate und Pläne schmieden für das neue Jahr.
Wer gewinnen will, muss die anderen überholen. Das ist beim Funken genauso. Conteste gibts ja genug. An jedem Wochenende wird auf den Bändern geschubst, gedrängelt und gebrüllt. Viele machen mit. Die Bänder sind dann richtig voll. Wer gewinnen will, muss die Zeit beherrschen. Muss hoch konzentriert sein. Funkbedingungen haben die Herrschaft über körperliche Bedürfnisse. Aber auch als Anfänger kann man bei Contesten viel entdecken und lernen.
Viele Grüße. Seventythree. Funkamateure kennen und benutzen das. Der Code stammt aus der Zeit der Draht-Telegrafie. Beim Morsen ist 73 kürzer als die Formulierung "viele Grüße". Im Sprechfunk bringt es dagegen keinen Gewinn. Pluralbildung ist peinlich: "Seventy Threes" heißt "siebzig Dreien" und ist Unsinn. Doch die Zahl 73 hat es in sich. Das wissen Zahlentheoretiker und die Fans der Big Bang Theory. Und Funkamateure sollen das auch wissen.
Kabelbinder, Balkongeländer und ein Fugenkratzer. Damit funkt er in den Weltraum. Der Stefan. DJ7AO. 36.000 km weit, von Ahrensburg bis zum QO-100. Das Besondere: Stefan funkt nur mit 50 Milliwatt und erreicht damit die halbe Welt. Sogar in Baunatal ist er zu hören. In CW.
Unser Hobby ist grenzenlos. Selbst Mauern und Zäune halten uns nicht auf. Wir haben eine Vielfalt an Technik- und Funk-Möglichkeiten. Sprechfunk, Morsen, Fernsehen. Computer und Internet lassen immer wieder neue Betriebsarten blühen. Funken über Satelliten ist möglich mit einfachen Mitteln. Viele bunte Blumen stehen auf der Funkwiese.
Bei der Telegrafie gibts kein Tempolimit. Wie auf deutschen Autobahnen. Jeder ist so schnell oder langsam unterwegs wie es ihm Spaß macht. Allerdings wird beim Morsen nicht so gedrängelt. In der Dreißiger-Zone (30 WpM) ist es recht gemütlich. Doch wer so richtig losmorsen will, kommt schnell an Grenzen. Erst an seine persönlichen. Da hilft nur üben. Und dann an die von Transceiver und Tasten. Sie werden getuned und tiefergelegt. Aber oft ist dann bei 38 WpM Schluss mit lustig.
OM Waldheini. Ihr kennt ihn ja. Erzählt uns neulich beim Stammtisch eine Story: Er bekommt ein Paket, sagt er. Schwer ist es, und "Kenwood" steht darauf und "1200 Watt". Ob das noch legal ist, fragt er sich. Seine PA ist schon 40 Jahre alt. Sie schnauft und brummt aber eigentlich tut sie es noch. Neugierig quittiert er den Empfang und wuchtet das Ding in den Flur. Was ist nur der Grund für die nette Überraschung? Sein Geburtstag und auch Weihnachten liegen in weiter Ferne. Rästelhaft.

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